#Wo Gott zu finden ist #Ask for wonder

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Schon länger beschäftige ich mich mit der Frage, wie Gott in dieser Welt wirkt. In der aktuellen Serie zum Thema „Zeitgeist“ nähern wir uns der Frage auf unterschiedliche Weise. Einen Gedankenschnipsel wollte ich aber zwischendurch einwerfen.

 

Die Grundidee der Serie ist, dass Gott überall zu finden ist. In einer Liedzeile heißt es: „Alles was gut und vollkommen ist, kommt von dir“ – sprich, Gott ist in allem Guten auf der Welt zu finden. Egal wo das Gute zu finden ist, da ist auch Gott am Werk. Das hilft uns, Denkschablonen abzulegen und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. 

 

Für mich sind das sehr ermutigende und befreiende Gedanken. Denn als Christ spüre ich einen nervenden Rechtfertigungsdruck: Zeig mir doch deinen Gott. Dabei sind es nicht außenstehende Menschen, die meinen Glauben herausfordern. Es ist vor allem eine innere Frage. Ich möchte an Gott glauben und mein Leben an ihm ausrichten. Genauso möchte ich nach besten Wissen und Gewissen glauben. Allerdings kommen viele Dinge, die Menschen als Gotteserfahrung bezeichnen, in meinem Leben einfach nicht täglich vor. Mein Leben ist unglaublich normal und umspektakulär. Teilweise witzig, sicher mit vielen schönen Momenten, sicher auch hier und da tragisch, aber irgendwie sehr normal. Wenn mein Leben als Film gedreht würde, dann käme sicher kein Blockbuster dabei heraus. Menschen, die in bisschen mehr in mein Leben hineinsehen können, würden keinerlei übernatürliche Beobachtungen machen. Ich höre im übrigen auch keine göttlichen Stimmen oder habe spirituelle Superkräfte. Alles Fehlanzeige. Ich kenne Menschen, denen geht es anders. Die haben wilde Geschichten mit Gott erlebt und haben viel zu erzählen. Ich möchte aber in diesem Text möchte ich eine Lanze für die Normalität brechen. 

Denn ich bin überzeugt, dass mein Leben Gott atmet. Ich lebe und bewege mich in Gott. Aber auf eine mystische, d.h. geheimnisvolle Weise. Meine Erfahrung ist, dass Gott verborgen und versteckt handelt. Der jüdische Theologe Abraham Joshua Heschel hat hierzu sehr inspirierende Worte gefunden:

 

„Niemals in meinem Leben habe ich Gott um Erfolg, Weisheit, Macht oder Berühmtheit gebeten. Ich habe um Faszination gebeten und er hat sie mir gegeben.“  

 

 „Unser Ziel sollte es sein, das Leben in radikaler Faszination zu leben. Stehe morgens auf uns sieh die Welt in einer Weise, die nichts für selbstverständlich nimmt. Alles ist phänomenal, alles ist unglaublich, nimm das Leben nie für gewöhnlich. Spirituell zu sein heißt, Faszination zu erleben.“ 

 

Es ist nicht so, dass Gottes Geist nicht aktiv wäre, aber wie steht es mit meiner Begeisterungsfähigkeit? Anders ausgedrückt: Die Möglichkeit Gott zu erfahren, hängt stark damit zusammen, ob wir staunen können. Können wir Schönheit überhaupt noch wahrnehmen?

 

Die Herausforderung liegt darin, dass Heilige im Alltäglichen zu entdecken, in der Normalität. Vielleicht ist die nagende Frage nach Gott letztlich ein Heilungsschmerz. Es ist wie dieses Kribbeln, das entsteht, wenn taube Gliedmaße wieder anfangen durchblutet zu werden.

 

Der Hinweis von Heschel gibt mir viel:

Ask for wonder.

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