Frustration -Teil 1

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Die Erwartungs Lücke
Frustration. Wird geboren in einem Raum zwischen unseren Erwartungen und tatsächlichen Erfahrungen. Was passiert, wenn wir von Frustration überrollt werden und uns nicht mehr bleibt, als unbefriedigte Erwartungen? Wie sollen wir darauf reagieren? Pfeiffen wir drauf und leben unser Leben einfach weiter? Senken wir unsere Erwartungen? Oder gibt es einen anderen Weg? In dem ersten Teil will ich anhand von Maria und Martha zeigen, wie wir damit umgehen können, wenn wir von anderen Menschen enttäuscht werden. Im zweiten Teil gehe ich darauf ein, was ist wenn Gott uns enttäuscht hat und nicht unseren Erwartungen gemäß gehandelt hat und im letzten Teil soll es darum gehen, wie gehe ich damit um, wenn andere von mir enttäuscht sind.
Frustration – der Raum zwischen meinen Erwartungen und meinen tatsächlichen Erfahrungen.
 Internet. Vor 13 Jahren musste man einige Zeit einplanen, um online zu gehen und ein Bild runterzulassen. Es dauerte einige Zeit  bis man eingewählt war (telefonieren konnte man auch nicht gleichzeitig) – heute passiert so etwas in einigen Sekunden – ein langsames WLAN ist manchmal wie die größte Qual, der man sich aussetzen muss. Du wartest bis etwas passiert … das Apple-Kreischen dreht und dreht – wie furchtbar wenn ich nicht auf Knopfdruck online bin und die Information bekommen kann, die ich möchte. Früher musste ich in die Bibliothek gehen, weil es dort schnelles Internet gab. Aber heute hat meine Erwartung ein Level erreicht, wo meine Erfahrung mich frustriert, wenn sie der Erwartung nicht entspricht.
Manche Menschen reagieren in Bezug auf ihre Frustrationen und ihre enttäuschten Erfahrungen, indem sie ihre Erwartungen herunterfahren auf das Level ihrer Erfahrungen. Diese Menschen sind hoffnungslos und negativ und zynisch. Und sie sagen Sachen wie: „Naja, vielleicht sollte ich nie glücklich sein.“ Eine Frau mit der ich mich mal unterhielt sagte mal zu mir: „Hoffe das Beste und erwarte das Schlimmste.“
Es ist schwierig, wenn man einige schlimme Erfahrungen im Leben gemacht hat und deine Antwort auf Enttäuschungen ist, dass du deine Erwartungen auf das Level deiner Erfahrungen herunterschraubst.
Auf ihrem Weg nach Jerusalem kamen Jesus und die Jünger auch in ein Dorf, in dem eine Frau mit Namen Marta sie in ihr Haus einlud. Ihre Schwester Maria saß Jesus zu Füßen und hörte ihm aufmerksam zu. Marta dagegen mühte sich mit der Bewirtung der Gäste. Sie kam zu Jesus und sagte: »Herr, ist es nicht ungerecht, dass meine Schwester hier sitzt, während ich die ganze Arbeit tue? Sag ihr, sie soll kommen und mir helfen.«  Doch der Herr sagte zu ihr: »Meine liebe Marta, du sorgst dich um so viele Kleinigkeiten!  Im Grunde ist doch nur eines wirklich wichtig. Maria hat erkannt, was das ist – und ich werde es ihr nicht nehmen.« – LK.10,38.
Martha erwartet etwas von Maria und wird enttäuscht. Ich möchte an dieser Stelle ganz kurz auf 3 Punkte eingehen, die mir in diesem Zusammenhang wichtig erscheinen, und ich werde aus Zeitgründen nicht auf jeden Punkt eingehen:
1. Ich kann nicht etwas erwarten, was ich nicht ausgedrückt habe. (Ich sollte anderen Menschen sagen, was ich mir wünsche und erwarte – Martha hat Maria nicht gesagt, was sie wollte, dass sie Marias Hilfe erwartet hat…)
2. Ich bin nicht in der Position jemand anderes Beziehung zu Gott zu beurteilen. Manchmal sind wir enttäuscht von Menschen, weil wir von ihnen erwarten, dass sie ihre Liebe zu Gott und ihre Liebe zu uns genauso zeigen, wie wir das machen würden. Martha lädt Jesus zu sich ein, um zum Essen zu kommen und erwartet dann, dass Maria ihr dabei hilft. V.40 »Herr, ist es nicht ungerecht, dass meine Schwester hier sitzt, während ich die ganze Arbeit tue? Sag ihr, sie soll kommen und mir helfen.« Nur weil mir etwas auf dem Herzen liegt heißt das nicht, dass mir jeder dabei helfen muss.
3. Ich muss der Versuchung widerstehen andere in meine Dysfunktionalität zu integrieren. Martha hatte ein Problem. Aber sie war der Meinung, dass Maria diejenige mit dem Problem war. Sie erwartet, dass Jesus ihr dabei hilft, Maria zurechtzuweisen. Jesus hilft ihr, aber nicht in der Form, in der sie es erwartet hatte, weil ihr Problem ein ganz anderes war. V.41. Doch der Herr sagte zu ihr: »Meine liebe Marta, du sorgst dich um so viele Kleinigkeiten! Manchmal sind wir enttäuscht von Menschen, weil sie nicht so überverbindlich sind wie wir.
In diesem Zusammenhang möchte ich ein Gedicht von Emily Kingsley vorlesen:
 Willkommen in HOLLAND

Ich werde oft gefragt, wie es ist, ein behindertes Kind großzuziehen, um Menschen, die diese einzigartige Erfahrung nie gemacht haben, dabei zu helfen, dies zu verstehen und um sich dieses Gefühl vorstellen zu können.

Es ist wie folgt….Wenn man ein Baby erwartet ist es, als würde man eine wundervolle Reise nach Italien planen. Man deckt sich mit Reiseprospekten und Bücher über Italien ein und macht sich großartige Pläne: das Kolosseum, Michelangelos David, eine Gondelfahrt in Venedig. Man lernt vielleicht noch ein paar nützliche „Brocken“ Italienisch. Es ist alles so aufregend.

Nach Monaten ungeduldiger Erwartung kommt endlich der langersehnte Tag. Man packt die Koffer und es geht los. Einige Stunden später landet das Flugzeug. Die Stimme der Stewardess aus dem Lautsprecher sagt: „Willkommen in Holland!“ „Holland ?!? Was meinen Sie mit Holland ?!? Ich habe eine Reise nach Italien gebucht! Mein ganzes Leben lang habe ich davon geträumt, nach Italien zu fahren!“

Aber der Flugplan wurde geändert. Du bist in Holland gelandet und da musst du jetzt bleiben.

Wichtig ist, dass du nicht in ein schreckliches, dreckiges, von Hunger, Seuchen und Krankheiten geplagtes Land gebracht worden bist. Es ist nur anders.

Also musst du los ziehen und neue Reiseführer besorgen. Und du musst eine komplett neue Sprache lernen. Und du triffst eine ganze Reihe andere Menschen, die du in Italien nie getroffen hättest.

Es ist nur ein anderer Ort, langsamer als Italien, nicht so glitzernd wie Italien. Aber nach einer gewissen Zeit an diesem Ort und wenn du dich von deinem Schrecken erholt hast, schaust du dich um und….du entdeckst, dass Holland Windmühlen hat….Holland hat auch Tulpen. Holland hat sogar Gemälde von Rembrandt.

Aber alle, die du kennst, beschäftigen sich damit, nach Italien zu reisen oder aus Italien zu kommen….und alle prahlen damit, welche wunderschöne Zeit sie dort verbracht haben. Und für den Rest deines Lebens sagst du dir: „Ja, Italien, dorthin hätte auch meine Reise führen sollen. Dorthin hatte ich meine Reise geplant.“ Und der Schmerz darüber wird nie und nimmer vergehen….denn die Nicht-Erfüllung dieses Traumes bedeutet einen großen Verlust für dich.

Aber….wenn du dein Leben damit verbringst, dem verlorenen Traum der Reise nach Italien nachzutrauern, wirst du nie offen dafür sein, die einzigartigen und wundervollen Dinge geniessen zu können….in Holland.

Gib deinen enttäuschten Erwartungen nicht die Macht und den Raum Gottes Gegenwart, seine Liebe und Schönheit in deinem Leben nicht erfahren zu können. Denn wenn du durch das Leben rennst und ständig darüber redest, was du erwartet hattest und wie sehr du enttäuscht wurdest und verbittert darüber bist, dass du etwas nicht bekommen hast oder etwas verloren hast, wirst du das Wunder verpassen, dass Gott mit dir ist, auch wenn du es nicht fassen kannst.

Jes. 55,9 Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken.

Ich weiß nicht wie es ist in einer lieblosen Beziehung zu leben. Ich weiß nicht wie es ist einen mir sehr lieben Menschen zu verlieren. Ich weiß nicht, wie es ist, lieblose Eltern zu haben, die sich nicht um mich kümmern. Aber ich weiß eins: Nichts und niemand hat das Recht deine Erwartungen auf dem niedrigsten Level zu halten.

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