Nackte Spiritualität #wielange #nein!

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Wie lange.

 

Nein!

 

Bereits seit einer Woche unterhalten wir uns sonntags über die Phase des spirituellen Überlebens. In dieser Phase sind innere und äußere Kämpfe da, es sind Phasen des Leidens. Natürlich haben wir alle unser Päckchen zu tragen, wie man umgangssprachlich sagt. Aber die Phase des spirituellen Überlebens bringt es mit sich, dass wir an die Grenze dessen kommen, was wir tragen können, oder auch darüber hinaus sind. In diesen Phasen bewegt uns die Frage 

 

Wie lange?

 

Wie lange noch allein sein? Wie lange noch Schmerzen? Wie lange noch arbeitslos? Wie lange noch unterdrückt? Wie lange kann ich noch? Wie lange muss ich noch? Wie lange bin ich noch unfrei?

 

Diese Phase ist voll von offenen Fragen. Aber es geht um mehr. Es geht um einen Zustand, der nicht mehr ertragbar ist. Deshalb ist die Antwort eindeutig: Wie lange?

 

zu lange.

 

Es gibt aus dem Bereich des Sports die Analogie der Kondition. Mann muss „durchhalten“, damit man am Ende stärker aus der Übung hervorgeht. Manchmal mag es im Leben auch so sein, dass wir durchhalten müssen. Dann heißt es, 

 

du schaffst das schon. Gib nicht auf. Stell dich nicht an. Andere haben das auch gepackt. Da musst du durch.

 

Aber wenn es um das spirituelle Überleben geht, dann greift die Sportanalogie nicht. Diese Dinge sagt man nicht, wenn jemand in einer bedrohlichen Lage ist. 

 

Nackte Spiritualität bedeutet dann, sich zu einem Zulange durchzuringen. Innehalten und sehen, so geht es wirklich nicht weiter. Es muss sich etwas ändern. So wie es gerade ist, so ist es nicht gut.

 

Aber was soll man dazu noch sagen? Oft kann man da nichts zu sagen, wenn Menschen in der Phase des zu lange leben. Antworten und Erklärungen sind da oft fehl am Platz.

 

Aber vielleicht hilft ein anderer Zugang.

 

In Hebräer 13,3 heißt es: Teilt das Leid derer, die misshandelt werden, als würdet ihr ihren Schmerz am eigenen Leib spüren.

 

Mitfühlen.

Mittragen. 

Mitweinen.

Mitdrandenken.

 

Diese Solidarität gehört zu einer nackten Spiritualität hinzu. Keine kluge Deutung, keine plumpe Ermutigung. Dabeisein. 

 

Das kann dann zum nächsten Wort führen: NEIN.

 

NEIN ist der Widerstand gegen den Zustand, der die Phase des spirituellen Überlebens ausmacht. Mit NEIN sagen wir, dass der Zustand nicht akzeptabel ist. Ungerechtigkeit wird nicht hingenommen. 

 

NEIN ist wiederum eine ehrliche Antwort. Denn das NEIN ist befreit von allen Psydoerklärungen, die ohnehin niemand glaubt. Diese hohlen Sätze, die einen Anstrich von Frömmigkeit geben, ohne einen Funken Lebendigkeit zu transportieren. 

 

NEIN bringt auf den Punkt, was wirklich im Raum steht. 

 

Aber mit diesem NEIN sollten wir nicht alleine bleiben. Das NEIN muss an Gott gerichtet sein. 

 

NEIN, Gott.

 

So nicht!

 

Es ist ja nicht so, dass Gott es lieber, wenn wir das ein wenig netter formulieren. Oder hinter ein paar Phrasen verstecken. Oder vergeistlichen. Oder demütig sind.

 

Gott ist Gott. Er weiß sowieso, was Sache ist. 

 

Also Schluss mit dem frommen Schauspiel. 

 

Das NEIN muss an Gott gerichtet werden.

 

Was wäre gewesen, wenn Kain mit seinem Frust zu Gott gegangen wäre? Wahrscheinlich würde sein Bruder weitergelebt haben (Gen 4). Aber statt zu Gott zu kommen, hat Kain angefangen, Dummheiten zu machen. So sind wir Menschen. 

 

Aber das NEiN hat auch eine weitere Dimension. Genauso, wie NEIN den Gegebenheiten widersteht und Einspruch einlegt, so muss das NEIN auch ein NEIN -ICH LASSE DICH NICHT LOS werden.

 

Wir müssen in der Phase, wo es um das Überleben geht, an Gott festhalten. 

 

NEIN – so nicht.

NEIN – ich lasse dich nicht los. 

 

Das gehört beides Zusammen.

 

– Jason

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